So liebe Leser, heute gibt es einen Exklusiv-Bericht direkt vom Navigator!
Obwohl es laut einheimischer Meldungen der kälteste Sommer Estlands seit Jahrzehnten sein soll, ignorieren wir diese Tatsache konsequent und haben heute die Badehosen ausgepackt!
Doch einmal der Reihe nach. Nach unserem gestrigen Action-Museums-Tag sind wir es heute etwas ruhiger angegangen und haben später gefrühstückt. Um den täglichen Spiele-Faktor aber zu gewährleisten, wird ab jetzt gewürfelt, was auf den Tellern landet - Butter gibt es nur noch bei einem Sechser! Auch die Frage, ob Nutella sich mit Butter auf einem Brot verträgt oder überhaupt nur auf einem Löffel akzeptabel ist, wurde noch nicht hinreichend geklärt, wir müssen noch einige Versuchsreihen abwarten.
Während Junia, Franzi, Leah und Klara sich am Vormittag heftig mit Zauberern duelliert haben, fuhren alle anderen zu einer nahe gelegenen Holocaust-Gedenkstätte auf dem ehemaligen Gelände des KZ Klooga. Ein gepflasterter Weg führte uns mitten durch einen wunderschönen Wald zu den einzelnen Stationen des Erinnerns. Für uns war es schwer begreifbar, dass an einem so idyllischen Ort so unvorstellbar schreckliche Dinge geschehen sind. Etwas nachdenklich gingen wir zum Schluss zu unseren Autos zurück.
Am Nachmittag nützten wir endlich die Gelegenheit und erforschten unsere Umgebung auf Sommerurlaubs-Tauglichkeit. Ein nahe gelegener Strand ermöglichte uns ein intensives Kennenlernen der Ostsee, Junia entschied sich sogar für Ganzkörperkontakt! Vor allem aber sorgte der Strand für eine rasante Verjüngungskur aller Teilnehmer - wir hätten dieses Lager im LV vorsorglich auch als WiWö-Lager anmelden sollen! Von imposanten Sandburgen mit Quallen-Friedhof über dreidimensionale Schnecken bis hin zu vollständig entblößten Meerjungfrauen mit Kardashian-Hüfte war der Kreativität keine Grenze gesetzt! Auch die Frage, wie sich Meerjungfrauen denn fortpflanzen, wurde ausführlich erörtert sowie der Sand auf seine Schlaftauglichkeit getestet.
Jetzt haben wir alle sehr gut gegessen, haben es tatsächlich geschafft, Cupcakes zu backen und Wäsche zu waschen, und Max hat an seinem letzten Tag als Kind verbotenerweise schon zur Erwachsenen-Sonnencreme gegriffen!
Weitere Duelle werden soeben ausgetragen, wobei ich nicht sicher bin, welches gefährlicher ist - Kampf-UNO (der Tische wackelt so sehr, dass ich kaum die Tasten treffe) oder Evolution (der Große frisst alle anderen auf). Zum Glück können wir auf alle Erfolge und Niederlagen ausreichend anstoßen - Milka liefert auch nach Estland!
Bis morgen aus unserem roten Holzhäuschen am See,
eure Verena
PS: Wir haben einen neuen Friseurchirurg auf unserem Schiff - Franzi kann 7, 9 oder 12 mm schneiden!
Lieber Navigator - oder eigentlich Navigatorin :-)
AntwortenLöschendanke für dem ausführlichen Bericht und die FOTOS! Danke, dass ihr Max noch einen Nachmittag echten Kindheit geschenkt habt, ja, das war´s jetzt dann…
Aber nachdem wir uns soeben noch sehenden Auges davon überzeugen konnten, dass es euch gut geht, wünschen wir hier im fernen Wien eine gute Nacht - und feiert morgen ordentlich!
Barbara
Leni an La Couronne, ich probiere es erneut mit einem Kommentar, nachdem die letzten beiden wohl im estnischen Sand verlaufen sind.
AntwortenLöschenVoller estland-fernweh verfolg ich euren Blog und eure Abenteuer! Euer erster Eintrag hat mich daran erinnert, dass ich euch noch mein kleines Wörterbuch mitgeben wollte, aber so macht das Einkaufen doch eigentlich eh mehr Spaß und man hatte am Ende Zuhause womöglich nicht nur Spaß sondern auch eine Überraschung gekauf. Trotzdem, wenn ihr euch nochmal in einen Supermarkt verlauft ein paar super estnische Sachen die man zumindest probieren könnte: Kohuke muss auf jeden Fall sein! Das is ein Topfenriegel mit Schokoüberzug aus dem Kühlregal, wahweise auch gefüllt mir noch mehr Schoko, Marmelade oder Vanille. Kama, das ist eine Getreidemischung die man z.B in Joghurtdrinks oder in Schokolade bekommt, z.B die landeseigene Marke "Kalev" (der Riese) mit Kama drinnen, hat einen ganz eigenen Geschmack, am ehesten vielleicht zu vergleichen mit dem Kinder Country Riegel. Dann gibts noch was eher russisches, osteuropäisches, geräucherter Käse in Zopfform, nomnom! Kali, das ist eher Uwes Ding, mit Malzbier zu vergleichen. Ich mags nicht, weils zu sehr nach Bier schmeckt. ^^ Ach ja, richtig estnisch wäre noch sich Hapukoor auf jede zweite Mahlzeit drauf zu haun, das is eine Art Sauerrahm/Creme Fraich. Lecker sind auch diverse Joghurts (Estland ist wohl eher ein lactosetollerantes Land) z.B mit Walderdbeeren, Topfencremen (Kohupiim) und Sanddornsaft. Nom nom nom! Wenn ihr noch was Schokoladiges sucht, gäbs da auch noch Tupla zu kosten, ein finnischer Schokoriegel der bissl zwischen den Zähnen klebt aber auch sehr gut ist. So als Knabberzeug gibts z.B Küüslauguleivad, das sind geröstete Schwarzbrotstücke mit Knoblauch. Aber natürlich gibts noch viel viel mehr zum kosten! Schlagt euch den Bauch voll, kostet euch durch die Estnischen Supermärkte, entdeckt die Natur, Spielplätze, Meerjungfrauen (und Männer?), erlebt den schwarzen Humor, genießt das kühlere Wetter (es is schon wieder sau heiß in Wien) und die Ruhe Estlands! Head aega! Leni