Abzeichen

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Sonntag, 9. August 2015

Tag 7 & 8 - Von Zivildienern, Untauglichen und Granatenwerfern

Es geht weiter mit den Abenteuern der LaCouronne!
Nach dem (doch) anstrengenden Kanufahren am Donnerstag entspannten wir uns am Freitag wieder. Das heißt, es wurde geschlafen, gespielt, gelesen, eingekauft, Postkarten gekauft, Postkarten geschrieben, Postkarten verschickt und so weiter und so fort.
Am Nachmittag machten wir uns nochmals auf zum Strand, um diesmal wirklich Quallen zu zähmen und Wellen zu bezwingen. Jonathan, Junia, Lorenz und ich waren tapfer genug, um in die Ostsee vorzudringen. Was hieß, dass wir zu Fuß fast über 100m ins Wasser gingen und noch immer stehen konnten. Das war echt anstrengend, zum Glück konnten wir schwimmen ;)
Außerdem übte sich Jonathan als Bademoden-Model und die anderen philosophierten über die spezifischen Eigenschaften einer Frisbee-Scheibe.
Am Abend begann unser hauseigner Krimi, denn es galt, das Geheimnis um den Mord von Harald von Löwenstein zu lösen. Jeder von uns hätte der Täter sein können (außer die Stimme aus dem Off, also ich), daher wurden einige sogleich misstrauisch. Danach ging es jedoch früh ins Bett, da am Samstag eine längere Reise anstand. (3 1/2 Stunden!)

Denn wir begaben uns nach Narva! Dies ist die östlichste Stadt Estlands (liegt neben einer der westlichsten Städte Russlands ;)) und sie feierte an diesem Samstag das geniale Narva Battle Festival, was Lorenz brav für uns recherchiert hat. (Er war sogar so nett, einen Teil seiner VWA darüber zu schreiben, damit wir noch besser vorbereitet waren.)
Es war sehr spannend, so nah an der russischen Grenze zu sein (St. Petersburg war näher als Tallinn) und die Stadt hatte einen sowjetischen Flair. Richtig cool waren die beiden Burgen, also eine stand in Narva, gleich am Fluss, und eine gegenüber in Russland (wobei, die russische cooler war).
Die meiste Zeit hielten wir uns im Burghof auf, da dort das Spektakel so richtig losging. Wir bewunderten den Einzug der russischen und schwedischen Truppen (Darsteller *hust*), um dann in ihr Zeltlager zu spähen. Da wir aber mindestens so auffällig waren, wie diese, schubsten sie gleich einen jungen Mann nach vorne, der mit uns reden sollte. Wir dachten, in dieser russisch-lastigen, estnischen Stadt wäre er vielleicht der einzige der Englisch versteht. Um so größer war unsere Begeisterung, als er meinte "Kann ich Ihnen helfen?" mit einem herzallerliebsten Akzent. (Der arme musste dann unseren Begeisterungssturm verschreckt ertragen).
Überhaupt waren wir sehr beliebt, ein anderer Darsteller zog Max gleich mit sich (obwohl klar deutlich war, dass unsere Russisch-Sprechenden, Franzi und ich, schwer überfordert waren) und ließ ihn eine Kanone zünden. Ja, unser stolzer Zivildiener durfte das, und wir hielten uns auch intelligenterweise die Ohren zu, auch wenn es nicht so laut war. Dann musste Max mit dem Granatwerfer hantieren. Unbeeindruckt von der Größe der Waffe, blieben die Hände bei den Kameras und nicht bei den Ohren. Das war dämlich. Der Knall und die Druckwelle haute uns schon ziemlich um. Danach erklärte mir der Darsteller, dass Max nun ein echter Russe wäre.
Anschließend machten wir noch Fotos mit den Verkleideten, durften selber die Kostüme anprobieren und beobachteten das Artillerie-Duell, bei dem Lorenz (unser Untauglicher) und Max abermals eine Kanone bzw. einen Mörser zündeten. Wir lassen wirklich nur die fähigsten an solche Geräte ;)
Der Darsteller des schwedischen Königs wollte Junia eigentlich verzarren, aber scheinbar hielt ihn das erschreckende Waffentalent unserer Nicht-Wehrdiener in Schach,
Außerdem ließ der "Schmied" uns selbst altertümliche Münzen prägen und posierte auch für ein Foto. Also wir sind ziemlich gut angekommen.
Kurz bevor die Schlacht von Narva (Teil des großen nordischen Krieges) nachgestellt wurde, gönnten wir uns noch ein Mittagessen und erkundeten ein wenig die Stadt. Wir begaben uns zum verfallenen Rathaus, das neben einem tollen Unigebäude stand, begutachteten die Grenzzäune und sahen uns eine Kirche an.
Dann begann das große Event, mit vielen geschichtlichen Infos (Bei Fragen hilft Ihnen unser Service-Mitarbeiter, Lorenz, gerne weiter), viel Schießpulver, vielen Knallen und einer netten Choreographie. Es war so richtig cool, und das Wetter spielte dankenswerterweise mit.
Danach machten wir uns recht zügig auf den langen Rückweg. Um den Autofahrern beizustehen, wurden richtige Karaoke-Orgien gefeiert. Mein Auto, also Jonathan, Lorenz, Junia, Verena und ich, gab ABBA, Tanz der Vampire, Mamma Mia, Disney-Lieder und Knorkator zum besten. Also waren wir bei der Ankunft nicht nur leicht gehör-geschädigt sondern auch heiser ;)
Aber nach dem tollen Tag fielen wir alle müde ins Bett :)

Der Bericht von heute folgt morgen, denn nun wird geschlafen. Morgen geht es wieder drei Stunden weit weg, diesmal nach Tartu!

Gute Nacht,
Jules

Die LaCouronne, vor der russischen Grenze 

Max, der Zivildiener, beim Granatwerfer

Münzprägung im Jules-Style

Unser Kapitän in Uniform

Der untaugliche Lorenz bei der Kanone

Die Russen im Vormarsch bei der Vorführung

2 Kommentare:

  1. Dieser Ausflug hört sich extrem spannend an. Brüderchen, ich hoffe, ich sehe zu Hause noch viele Fotos davon. Bussi an Klara

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  2. Moment mal, wenn Max jetzt ein Russe ist, braucht er nicht zum Zivieldienst… Max, die Entscheidung bezüglich Studium muss jetzt sehr schnell fallen! Wobei, eigentlich braucht er für die Reise nach Wien ein Visum, habt ihr euch darum schon gekümmert? Falls nicht, wäre Stillschweigen und doch Zivildienst machen vielleicht die bessere Alternative? ;-)

    Genießt die Kühle in Estland, Pünktlich am Donnerstag soll hier der Höhepunkt der Hitzewelle mit 38° erreicht werden…

    Grüße aus der fernen Heimat, Barbara

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