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Mittwoch, 12. August 2015

Tag 12 - Von Aussichtstürmen, Eisessen und Autowaschanlagen

Das Lager neigt sich seinem Ende zu und damit auch unsere Blogeinträge, aber von heute gilt es noch zu berichten.
Nach einem fast fürstlichen Tagesbeginn mit langem Schlafen und köstlichen Spiegeleiern machten wir uns gemütlich auf den Weg nach Tallinn, um dort alle letzten Wünsche zu erfüllen. Zuerst besichtigten wir die Oleviste Kiriku (Kirche) und dann bestiegen wir ihren übertrieben hohen Turm (da musste ein Architekt scheinbar was kompensieren...).
Während dem Aufstieg über 258 Stufen stellten wir uns doch immer wieder die Frage, wer denn diese dumme Idee hatte, dass wir da raufwollen. Unsere Knie mussten leiden, aber oben angekommen konnten wir feststellen, dass es doch eine gute Entscheidung war. Der Ausblick war genial und es war doch nett, alle Orte, die wir in Tallinn gesehen hatten, noch einmal von oben zu sehen. Beim Runtergehen fragten wir uns dann aber doch wieder^^.
Danach teilten wir uns auf, denn jeder hatte andere Bedürfnisse zu stillen. Max, Lorenz und Jonathan sehnten sich nach noch mehr Bildung (unglaublich, aber wahr) und besuchten das estnische Geschichtsmuseum. Junia, Leah, Verena und Klara machten sich auf die Jagd nach Souvenirs und Erinnerungen, da sie scheinbar noch zu viel Geld hatten, während Franzi, Steffen und ich stolz die "Wir-wissen-nicht-was-wir-wollen"-Gruppe gründeten und gemächlich durch die Stadt schlenderten. Abschließend trafen wir uns wieder, um gemeinsam Eis zu essen. Dabei zeigte uns Franzi, dass es nicht auf den Geschmack ankommt, sondern auf die sogenannte Eiskonsistenz. Denn als die Verkäuferin sie darauf hinweis, dass das Pfefferminz-Eis vielleicht ein wenig zu weich für ein Stanitzel sei, entschied sie sich doch für die Sorte Halva. Genüsslich schleckend spazierten wir wieder zu unseren Autos und machten uns auf, um ein letztes Mal den großen Supermarkt zu plündern (estnische Spezialitäten für alle!). Danach gönnten wir unseren treuen Gefährten noch einen Wellnesstrip mit einem großen Benzin-Cocktail und einer gemütlichen Putz-Massage, hier auch bekannt als Autopesula.
Auf dem Heimweg regnete es zum ersten Mal zu einem Zeitpunkt, zu dem wir freiwillig wach waren, was uns aber nicht zu sehr störte. Wir verspeisten genüsslich unsere bunte Bolognese samt Nudeln und beginnen nun neben einigen Spielereien, ein wenig aufzuräumen (mit mäßigen Erfolg, aber ihr kennt uns ja, und morgen ist ja auch noch Zeit).

Nachdem Leah vorher noch treffend festgehalten hat: "Ich bin so froh, dass Essen überlebenswichtig ist!", kommen wir nun zu unser Tradition, unseren Essenswünschen:

Franzi: Lasagne!
Junia: selbstgemachte Lasgane vom Papa!
Max und Julia: Wiener Schnitzel und Krautfleckerln! (Wer von uns gewinnt?;))
Lorenz und Jonathan: Grünkernauflauf auf Spinatbett mit Quinoabällchen!
Leah: Asiatische Gemüsereispfanne!
Steffen und Verena: Alles von McDonalds!

Und zum Abschluss, ein paar Fakten über Esten:

  • Sie lieben Weihnachten so sehr, dass sie niemals die Weihnachtsbeleuchtung abnehmen. Ernsthaft, in jeder Stadt, in jedem Kaff hingen über den Straßen noch Sterne und Schneeflocken,
  • Esten fahren wie die Wahnsinnigen, oder wie unser Vermieter es so schön ausgedrückt hat: "Yeah, we like to speed." Irrwitzige Überholungsmanöver, die meist mit zu wenig Abstand, zu hoher Geschwindigkeit und fast immer im Überholverbot durchgeführt werden, gehören immer dazu. Auch LKWs überholen liebend gerne, egal, wie lang sie sind. Aber das erklärt auch, warum die estnischen Straßen so angenehm breit sind ;)
  • Sie überfahren dabei auch leider oft genug Tiere, kein so schöner Anblick.
  • Sie lieben Hapukoor, Sauerrahm, und schmieren diesen meist fingerdick auf ihr Brot.
  • Sie sprechen zwar fast nie Englisch, dafür aber manchmal Deutsch. 
  • Sie stehen sehr auf Verniedlichungen: Hier gibt es die Straße Rüütli, ein Laboratooriumi und die Grenzkontrolle an der Grenze zu Russland heißt Tolli-Kontrolli.
Mit diesen großen Erkenntnissen verabschiede ich mich wieder, um vernünftigerweise UNO zu spielen, oder so^^

Gute Nacht,
Jules


Dienstag, 11. August 2015

Tag 11 - Von nassen Schuhen, Heidelbeerfeldern am Strand und Labyrinthen hinter Herrenhäusern

So liebe Leser, wieder einmal ein Exklusiv-Bericht von eurem Navigator. Wir (Steffen und ich) müssen einmal erwähnen, wie großartig unsere RaRo sind - sie finden, dass wir noch nicht zu alt sind, um bei jedem Blödsinn mitzumachen. Das wirkt besser als jede Botox-Kur!

Heute haben wir den Laheema-Nationalpark erkundet, der etwas größer als erwartet war. Begonnen hat unsere Tour in Altja, einem malerischen Fischerdorf direkt am Ufer der Ostsee. Wieder einmal haben wir zielsicher zuerst den örtlichen Spielplatz gefunden, auch dort musste eine 6er-Schaukel ausgiebig getestet werden. Wir wählten dann den 3 km Rundwanderweg, der Jules gleich ermöglichte, die Wasserfestigkeit ihrer Schuhe zu testen - leider mit mäßigem Erfolg. Daraus lernen wir - Steine IN der Ostsee sind feucht und glitschig, und Beinlängen unterschätzt man leicht einmal, wie auch Klara schnell festgestellt hat (sie hat auch noch die Hose eingetaucht). Besonders faszinierend fanden wir, dass wir mitten im Nadelwald auf einmal am Strand gestanden sind und dort tatsächlich auch Heidelbeeren wachsen. Dieser heißen Spur sind wir sofort gefolgt und in einem kleinen Wald gelandet, wo uns die kleinen blauen Vitaminbomben beträchtlich am Fortkommen gehindert haben. Klara hat bei einer Brücke über einen kleinen Bach außerdem bewiesen, sie sehr sie sich um mich sorgt: "Ihr dürft Mama nicht ins Wasser schmeißen! Sie hat meinen Reisepass!" (Anmerkung: Übermütige RaRo, die für ein gutes Foto ungünstige Richtungsanweisungen geben, sind keine guten Reisegefährten!)

Nach unserem Mittags-Picknick ging es weiter zum Gutshof Sagadi und danach zum Herrenhaus Palmse - besonders dort waren alle vom Ribisel-Labyrinth begeistert. Egal ob man sich verirrt - Hauptsache, es gibt dort etwas zum Essen. Aber auch die schönen Parks rund um die Häuser mit ihren verwachsenen Bäumen und kleinen Teichen mit Pavillons luden zu dem einen oder anderen Spaziergang ein.

Den Abschluss machte das Dorf Käsmu - das "Dorf der Kapitäne". Ein Teil von uns wanderte auf der Suche nach dem Strand mitten durch die Postkartenidylle von blumengeschmückten Holzhäusern, und entdeckte schließlich alte Netzhäuser am Wasser mit Leuchtturm und Aussichtsturm, der etwas abenteuerlich zu besteigen war. Zum Glück hatten alle schon an den großen Findlingen im Wasser geübt, Franzi hat bewiesen, dass Schwerkraft nur eine unverbindliche Empfehlung ist und hüpfte von Stein und Stein, auch wenn wir alle schon wetteten, wann ihre Schuhe das Schicksal von Jules teilen würden (keine Sorge, dieses Mal war es nur grüner Meerespflanzen-Gatsch). Ich war heute besonders wagemutig und stieg nach meinem Spaziergang zur Dorfkapelle in ein weißes Auto voller finsterer Gestalten, die mir mit üblen Dingen drohten wie Liedern von Knorkator  - spätestens bei "Wir werden alle sterben" hätte ich mir vielleicht Gedanken über meine Mitfahrgelegenheit machen sollen?

Nun haben wir alle echt estnisch gegessen, zumindest was die Zutaten anbelangt: kartul, kapukoor, sink und juust und angestoßen auf Jules und ihr druckfrisches Bachelor-Zeugnis!

Bis morgen, wo wir ein letztes Mal die Hauptstadt erobern werden - die meisten von uns wollen shoppen oder ins Museum gehen, nur Leah würde noch gerne das Krankenhaus von innen sehen. Mit Wehmut haben wir heute festgestellt, dass wir nur noch 2 Tage hier verweilen werden...

Eure Verena

P.S.: Und unter diesem Blogeintrag könnt ihr den von Sonntag und Montag bewundern und bestauen, wie es sich gehört ;)


Tag 9 & 10 - Von Geheimbunkern, Mördern und Astronautentraining

So, jetzt wird hier mal ein wenig aufgeholt:

Am Sonntag machten wir uns wieder einen ruhigen Tag, vor allem, um unser Gehör wieder zu erlangen. Daher widmeten wir uns wieder ausgiebigem Schlaf und vielen Spielen. Während Verena noch ihren Tatendrang voll auslebte und die Umgebung erkundete, wurde der Krimi um Harald von Löwenstein frei ausgelebt, gespickt von zahlreichen Spekulationen und einigen Anschuldigungen. Dabei konnten auch kleine Missverständnisse zu riesigen Problemen aufgebauscht werden. (Ja, das Wort Verhältnis kann man sehr verschieden auffassen)
Am Abend machten wir uns nach einem absolut köstlichen Risotto (von Jona und mir, also ist das köstlich ja selbstverständlich) auf, um an der Küste Paldiskis den Sonnenuntergang zu bewundern. Die Aussicht von der Küste war einfach nur genial, aber da wir zu früh dort waren, vertrieben wir uns die Zeit damit, die Gegend zu erkunden. Neben einem alten, verwaschen-aussehenden Leuchtturm fanden wir auch einen noch älteren, zusammengefallenen Bunker. Spontan machten wir uns daran, diesen Haufen aus Stahlträgern, Beton und Steinen zu untersuchen und kletterten darin und darauf herum. (Steffen tat uns den Gefallen, währenddessen einen Geocache zu suchen, damit er uns das nicht verbieten konnte) Außerdem fanden wir die perfekte Teststrecke für Ralley-Fahrer, aber Verena sah nicht ein, dass unsere Autos auch mal Abwechslung brauchen. Schade irgendwo.
Aber um halb 10 ging dann schließlich die Sonne unter. Die kurze Zeit nutzten wir um alles mit dem Lichteinfall zu tun, was uns einfiel: dumme Fotos, kitschige Fotos, (un)gefährliche Klippenmanöver, liebe Fotos, unnötige Fotos und coole Fotos, und so weiter und so fort, ihr könnt es euch ja denken (und ihr werdet es sehen).
Danach wurde bei einer Flasche Cider der Krimi aufgelöst, und unglaublich, Max, alias der Koch Ivo, der weder kochen noch Waffen bedienen kann (oder darf), war der Täter! Nur niemand hat es herausgefunden, daher musste Junia dran glauben. (Aber ihre Rolle war ja schon ein ziemlicher Mistkerl).

Am Montag machten wir uns wieder früh auf den Weg, denn es galt, 3 Stunden nach Tartu zu fahren, wo uns eine geniale, wunderhübsche Universität erwartete. Wir stellten auch fest, dass diese Stadt unvermutet klein ist, daher drehten wir teilweise noch ein paar schöne Kreise durchs Zentrum, um auf unsere Schrittanzahl zu kommen (Ja, es war Absicht, nicht fehlende Organisation oder Orientierung!) Die Altstadt mit den Kirchen und dem Rathaus war sehr nett und hübsch anzusehen. Aber vor allem das schiefe Haus, das dem Turm in Pisa ein wenig Konkurrenz macht, gefiel uns doch.
Da wir uns doch noch an die estnische Küche heranwagen wollten, gingen wir in den "Püssirohukelder", also den Schießpulverkeller, um uns zu verköstigen. Und es war so irre lecker! Jedoch waren wir danach eher abschreckend für unsere Umgebung, denn wir hatten doch viel Knoblauch, Zwiebel und Speck intus.
Den krönenden Abschluss bildete das Science Museum AHHAA, das jede Minute und jeden Cent Eintrittsgeld wert war (ca. 180 Minuten und ca. 8,90 pro Nase). Schon allein der Eingangsbereich bot eine halbe Stunde Beschäftigung. Um die coolsten Dinge zu nennen: Spiegelkabinett, Astronautentraining-Schleuder-Dingsbums, schwebende Fahrräder, drehende Röhren, Spiegellöcher, Kuppeleffekte, Muskelbetriebene Aufzüge und so weiter. (Man kann es kaum beschreiben, ihr müsst leider unsere tollen Fotos bewundern und sehen, wie wir Spaß hatten, und ihr nicht)
Außerdem gab es ein volles Geheimagententraining (die derzeitige Sonderausstellung), mit Sonnenbrillen mit Spiegeln, Stimmenverzerrern, Koffer-Rätseln, Abtast-Station, Fingerabdruck-Erkennung, Laser-Labyrinth und so weiter. Es war so verdammt cool, und es war alles zum Anfassen und Machen! (Vermutlich zum Teil eher für Kinder, aber ihr kennt uns ja) Steffen meinte ja zuerst, wir würden nur 2 Stunden brauchen, aber es war klar, dass er sich irrte. Auch der Museumsshop fesselte uns noch kurz, wir wurden am Ende quasi rausgeworfen ;)

Aber dann machten wir uns schon auf den Weg nach Hause, bei dem Verena beschloss, dass ihr Auto und deren Insassen noch kontrollieren sollte, ob der Flughafen eh noch am selben Ort und in Betrieb ist. Wir können euch versichern, es ist so, also wir werden am Donnerstag nach Hause kommen ;)

Und damit ende ich hier und wünsche allen eine gute Nacht :)

Alles Liebe,
Jules

Sonntag, 9. August 2015

Tag 7 & 8 - Von Zivildienern, Untauglichen und Granatenwerfern

Es geht weiter mit den Abenteuern der LaCouronne!
Nach dem (doch) anstrengenden Kanufahren am Donnerstag entspannten wir uns am Freitag wieder. Das heißt, es wurde geschlafen, gespielt, gelesen, eingekauft, Postkarten gekauft, Postkarten geschrieben, Postkarten verschickt und so weiter und so fort.
Am Nachmittag machten wir uns nochmals auf zum Strand, um diesmal wirklich Quallen zu zähmen und Wellen zu bezwingen. Jonathan, Junia, Lorenz und ich waren tapfer genug, um in die Ostsee vorzudringen. Was hieß, dass wir zu Fuß fast über 100m ins Wasser gingen und noch immer stehen konnten. Das war echt anstrengend, zum Glück konnten wir schwimmen ;)
Außerdem übte sich Jonathan als Bademoden-Model und die anderen philosophierten über die spezifischen Eigenschaften einer Frisbee-Scheibe.
Am Abend begann unser hauseigner Krimi, denn es galt, das Geheimnis um den Mord von Harald von Löwenstein zu lösen. Jeder von uns hätte der Täter sein können (außer die Stimme aus dem Off, also ich), daher wurden einige sogleich misstrauisch. Danach ging es jedoch früh ins Bett, da am Samstag eine längere Reise anstand. (3 1/2 Stunden!)

Denn wir begaben uns nach Narva! Dies ist die östlichste Stadt Estlands (liegt neben einer der westlichsten Städte Russlands ;)) und sie feierte an diesem Samstag das geniale Narva Battle Festival, was Lorenz brav für uns recherchiert hat. (Er war sogar so nett, einen Teil seiner VWA darüber zu schreiben, damit wir noch besser vorbereitet waren.)
Es war sehr spannend, so nah an der russischen Grenze zu sein (St. Petersburg war näher als Tallinn) und die Stadt hatte einen sowjetischen Flair. Richtig cool waren die beiden Burgen, also eine stand in Narva, gleich am Fluss, und eine gegenüber in Russland (wobei, die russische cooler war).
Die meiste Zeit hielten wir uns im Burghof auf, da dort das Spektakel so richtig losging. Wir bewunderten den Einzug der russischen und schwedischen Truppen (Darsteller *hust*), um dann in ihr Zeltlager zu spähen. Da wir aber mindestens so auffällig waren, wie diese, schubsten sie gleich einen jungen Mann nach vorne, der mit uns reden sollte. Wir dachten, in dieser russisch-lastigen, estnischen Stadt wäre er vielleicht der einzige der Englisch versteht. Um so größer war unsere Begeisterung, als er meinte "Kann ich Ihnen helfen?" mit einem herzallerliebsten Akzent. (Der arme musste dann unseren Begeisterungssturm verschreckt ertragen).
Überhaupt waren wir sehr beliebt, ein anderer Darsteller zog Max gleich mit sich (obwohl klar deutlich war, dass unsere Russisch-Sprechenden, Franzi und ich, schwer überfordert waren) und ließ ihn eine Kanone zünden. Ja, unser stolzer Zivildiener durfte das, und wir hielten uns auch intelligenterweise die Ohren zu, auch wenn es nicht so laut war. Dann musste Max mit dem Granatwerfer hantieren. Unbeeindruckt von der Größe der Waffe, blieben die Hände bei den Kameras und nicht bei den Ohren. Das war dämlich. Der Knall und die Druckwelle haute uns schon ziemlich um. Danach erklärte mir der Darsteller, dass Max nun ein echter Russe wäre.
Anschließend machten wir noch Fotos mit den Verkleideten, durften selber die Kostüme anprobieren und beobachteten das Artillerie-Duell, bei dem Lorenz (unser Untauglicher) und Max abermals eine Kanone bzw. einen Mörser zündeten. Wir lassen wirklich nur die fähigsten an solche Geräte ;)
Der Darsteller des schwedischen Königs wollte Junia eigentlich verzarren, aber scheinbar hielt ihn das erschreckende Waffentalent unserer Nicht-Wehrdiener in Schach,
Außerdem ließ der "Schmied" uns selbst altertümliche Münzen prägen und posierte auch für ein Foto. Also wir sind ziemlich gut angekommen.
Kurz bevor die Schlacht von Narva (Teil des großen nordischen Krieges) nachgestellt wurde, gönnten wir uns noch ein Mittagessen und erkundeten ein wenig die Stadt. Wir begaben uns zum verfallenen Rathaus, das neben einem tollen Unigebäude stand, begutachteten die Grenzzäune und sahen uns eine Kirche an.
Dann begann das große Event, mit vielen geschichtlichen Infos (Bei Fragen hilft Ihnen unser Service-Mitarbeiter, Lorenz, gerne weiter), viel Schießpulver, vielen Knallen und einer netten Choreographie. Es war so richtig cool, und das Wetter spielte dankenswerterweise mit.
Danach machten wir uns recht zügig auf den langen Rückweg. Um den Autofahrern beizustehen, wurden richtige Karaoke-Orgien gefeiert. Mein Auto, also Jonathan, Lorenz, Junia, Verena und ich, gab ABBA, Tanz der Vampire, Mamma Mia, Disney-Lieder und Knorkator zum besten. Also waren wir bei der Ankunft nicht nur leicht gehör-geschädigt sondern auch heiser ;)
Aber nach dem tollen Tag fielen wir alle müde ins Bett :)

Der Bericht von heute folgt morgen, denn nun wird geschlafen. Morgen geht es wieder drei Stunden weit weg, diesmal nach Tartu!

Gute Nacht,
Jules

Die LaCouronne, vor der russischen Grenze 

Max, der Zivildiener, beim Granatwerfer

Münzprägung im Jules-Style

Unser Kapitän in Uniform

Der untaugliche Lorenz bei der Kanone

Die Russen im Vormarsch bei der Vorführung

Donnerstag, 6. August 2015

Von Fotos, Schnappschüssen und Bildern








Tag 5 & 6 - Von neuen Volljährigen, wilden Gewässern und tiefen Mooren

Weiter geht es mit unseren tollen Berichten!
Gestern nutzten wir den Tag, um unsere Batterien wieder aufzuladen und um unser tolles Grundstück auszukosten. Er begann schon großartig, denn dank unserem gestrigen Geburtstagskind kamen wir alle in den Genuss von voll leckeren Cupcakes (also, eigentlich dank Franzi, Leah und Verena, zum Glück bäckt Max ja nicht).
Neben dem guten Essen, hitzigen Kartenspielen und Tennis-Matches genossen wir auch unseren See. Dort machte vor allem Steffen eine spannende Bekanntschaft mit hübschen Badenixen und er sowie Max und Jona eroberten den See mit unserem Boot. (was keine herausragende Leistung ist, denn man kann im gesamten See stehen, aber das sag ich mal nicht so laut)
Nach der Wasserparty machten wir uns daran, köstliche Pizzen zu kreieren und mit Max anzustoßen. Er durfte zum ersten Mal poppen - also, eine Sektflasche öffnen - und wir feierten ihn gebührlich mit schlechtem Gesang. Der restliche Tag wurde auch recht gemütlich verbracht, nur mit einer merkwürdigen Situation in meinem "Schlafzimmer", aber das erklären wir lieber daheim ;)

Heute mussten wir früh aufstehen, da wir uns auf den langen Weg zum Soomaa Nationalpark machten. Dort borgten wir uns Kanus aus und fuhren den Fluss für 12 km entlang. Zu Beginn erweiterten wir unser estnisches Vokabular mit dem Wort "päästevest", diese benötigten wir nämlich bei unserer Fahrt. Auf dem Wasser entdeckten wir vor allem unsere Liebe für die Natur (wir kuschelten immer wieder mit dem Schilf und den Böschungen) und unseren Hass für Bremsen, denn eine Armada von schwarzen Viechern lechzte nach unserem Blut. Erfolgreich töteten wir einige von ihnen, vor allem Leah entwickelte einen erstaunlichen Rachedurst ;)
Wir absolvierten die Strecke fast in Rekordgeschwindigkeit (2 1/2 Stunden) und kamen sogar vor dem Typen an, der unsere Kanus abholte.
Danach machten wir noch eine kurze Moorwanderung, bei der wir die Fauna und Flora Estlands auf eine neue Art entdeckten. Wir sahen große und kleine Echsen und Kröten, nur die Bremsen waren uns nicht neu.
Auf der Autofahrt testeten wir (Junia, Jona, Lorenz und ich) unsere Singstimmen (da wir noch immer auf der Suche nach unserem versteckten Talent sind) und gaben "Sei ein Mann" von Mulan und Frozen Lieder zum besten. Ja, wir sind alle Erwachsen und die Lieder waren auf Lorenz' MP3-Player, das ist alles normal. (Der Karaoke Abend kommt bestimmt)
Angekommen machten wir uns ein sehr gutes Geschnetzeltes, bei dem Steffen uns bewies, wie gelenkig sein Kiefer ist. (Er wird 40, da darf man das noch ausleben). Abends spielten wir wieder Frisbee, Wizard, Tennis, Uno und Evolution, langweilig wird uns so schnell nicht ;)

In diesem Sinne wünscht euch eine müde Jules eine gute Nacht!

P.S.: Danke, Leni, für deine tollen Tipps! Wir werden uns weiter austoben, was die estnischen Supermärkte betrifft, aber so kaufen wir vllt. doch auch genießbare Sachen ;)






Dienstag, 4. August 2015

Tag 4 - Von Meerjungfrauen und Strandschnecken

So liebe Leser, heute gibt es einen Exklusiv-Bericht direkt vom Navigator!

Obwohl es laut einheimischer Meldungen der kälteste Sommer Estlands seit Jahrzehnten sein soll, ignorieren wir diese Tatsache konsequent und haben heute die Badehosen ausgepackt!

Doch einmal der Reihe nach. Nach unserem gestrigen Action-Museums-Tag sind wir es heute etwas ruhiger angegangen und haben später gefrühstückt. Um den täglichen Spiele-Faktor aber zu gewährleisten, wird ab jetzt gewürfelt, was auf den Tellern landet - Butter gibt es nur noch bei einem Sechser! Auch die Frage, ob Nutella sich mit Butter auf einem Brot verträgt oder überhaupt nur auf einem Löffel akzeptabel ist, wurde noch nicht hinreichend geklärt, wir müssen noch einige Versuchsreihen abwarten.

Während Junia, Franzi, Leah und Klara sich am Vormittag heftig mit Zauberern duelliert haben, fuhren alle anderen zu einer nahe gelegenen Holocaust-Gedenkstätte auf dem ehemaligen Gelände des KZ Klooga. Ein gepflasterter Weg führte uns mitten durch einen wunderschönen Wald zu den einzelnen Stationen des Erinnerns. Für uns war es schwer begreifbar, dass an einem so idyllischen Ort so unvorstellbar schreckliche Dinge geschehen sind. Etwas nachdenklich gingen wir zum Schluss zu unseren Autos zurück.

Am Nachmittag nützten wir endlich die Gelegenheit und erforschten unsere Umgebung auf Sommerurlaubs-Tauglichkeit. Ein nahe gelegener Strand ermöglichte uns ein intensives Kennenlernen der Ostsee, Junia entschied sich sogar für Ganzkörperkontakt! Vor allem aber sorgte der Strand für eine rasante Verjüngungskur aller Teilnehmer - wir hätten dieses Lager im LV vorsorglich auch als WiWö-Lager anmelden sollen! Von imposanten Sandburgen mit Quallen-Friedhof über dreidimensionale Schnecken bis hin zu vollständig entblößten Meerjungfrauen mit Kardashian-Hüfte war der Kreativität keine Grenze gesetzt! Auch die Frage, wie sich Meerjungfrauen denn fortpflanzen, wurde ausführlich erörtert sowie der Sand auf seine Schlaftauglichkeit getestet.

Jetzt haben wir alle sehr gut gegessen, haben es tatsächlich geschafft, Cupcakes zu backen und Wäsche zu waschen, und Max hat an seinem letzten Tag als Kind verbotenerweise schon zur Erwachsenen-Sonnencreme gegriffen!

Weitere Duelle werden soeben ausgetragen, wobei ich nicht sicher bin, welches gefährlicher ist - Kampf-UNO (der Tische wackelt so sehr, dass ich kaum die Tasten treffe) oder Evolution (der Große frisst alle anderen auf). Zum Glück können wir auf alle Erfolge und Niederlagen ausreichend anstoßen - Milka liefert auch nach Estland!

Bis morgen aus unserem roten Holzhäuschen am See,
eure Verena

PS: Wir haben einen neuen Friseurchirurg auf unserem Schiff - Franzi kann 7, 9 oder 12 mm schneiden!




Montag, 3. August 2015

Tag 2 & 3 - Von schönen Städten, imaginären Feuern und trockenen U-Booten

Tere Õhtust, ihr lieben Lesenden!

Gestern durften wir ein wenig ausschlafen, nach unserer langen Reise und so begaben wir uns erst gegen Mittag in die Hauptstadt Estlands. Wir begannen in unserer Lieblingsstraße, der Niine, denn sie bietet gratis schattige Parkplätze für unsere lieben Autos.
Von dort erkundeten wir die Altstadt Tallinns, um genauer zu sein, die Unterstadt. Die heißt nicht so, weil nur die niedrigen Untermenschen dort wohnen, sondern weil sie doch einen Höhenunterschied zum anderen Viertel der Altstadt aufweist. Dies ist zwar kaum zu glauben, bei diesem flachen Land, ist aber so.
Wir kamen bis zum Rathausplatz, wo neben einem Markt auch eine sehr merkwürdige Musikveranstaltung stattfand. Wenn man die Zuschauer genauer betrachtete, würde man auf ein estnisches Musikantenstadl tippen, nur mit besserer Musik (trotzdem ergriffen wir die Flucht).
Mittaggegessen haben wir dann im hübschen Stadtpark, wo wir so gleich auch Spielplatz und den "Outdoor-Fitness"-Bereich auf RaRo-Normen testeten. Jona musste natürlich beweisen, dass der Fitness Bereich nicht für jede Art von Blödsinn gerüstet ist. Aber er ist wohlauf (noch ;)) Lorenz, Max, Junia, Franzi und Leah absolvierten das Training aber mit Bravour und sind daher für den ersten Strandtag gerüstet. Vor allem die Bikini Figur der Burschen ist gerettet.
Danach gingen wir noch die Stadtmauer ab, warfen einen Blick auf das Pulverfass, wo wir feststellen durften, dass die fette Margarete mehr Masse aufweist, als die drei Schwestern. Was das nun heißt, müsst ihr herausfinden ;)
Am Ende verbrachten wir noch ein wenig Zeit am "Strand", zwischen Hubschraubern, verfallenen Konzertsälen und Schiffsschrottteilen. Aber es war nett und die Ostsee ist erstaunlich erfrischend.
Der Abend verlief dann ruhig, neben einem netten Feuer und einigen ersten Duschversuchen (Schon am zweiten Tag vom Lager, ja! ;)).

Die Nacht war auch sehr schön... Bis um drei Uhr in der Früh. Da beschloss der Feueralarm in Junias, Jonas und meinem Häuschen, dass wir trotz der Möglichkeit nichts angezündet haben und ging beleidigt los. Herzinfarkt Moment 1 in der Rotte. So stürmten wir völlig taub rüber zum anderen Haus, um Steffen zu bitten, das mit dem Vermieter zu regeln. Das Haus war nur leider zu, und ein recht wildes Gewitter tobte über uns, um uns Gesellschaft zu leisten. Wir versuchten, irgendwie die Aufmerksamkeit unserer liebevollen Leiter zu erreichen, mit allen Mitteln. Als wir es schafften, erlebte Verena den zweiten Herzinfarkt Moment.
Lange Geschichte kurz erzählt, nach 20 Minuten kam dankenswerter Weise ein Techniker, um uns von der Sirene zu erlösen. Nun kommen wir zu den Problemen: Problem 1: Er sprach nur Russisch, und mein Feueralarm/Technik-Vokabular sollte aufgebessert werden. Problem 2: Er hatte keine Ahnung, was er tun sollte, und telefonierte fast die ganze Zeit (nicht in der Nähe der Anlage, nur so. Aber er hatte es scheinbar doch lustig) Problem 3; Als er dann die Batterie brutal herausschnitt, gab die Anlage noch immer nicht auf.
Schließlich gab sich der Alarm doch geschlagen (wieviele Drähte durchgeschnitten wurden, wollen wir mal nicht wissen). Das Ganze dauerte eh nur eine Dreiviertelstunde, also konnten wir gemütlich gegen 4, als es hell wurde, wieder für 3 Stunden schlafen, Wie aufmerksam ;)

Trotz allem standen wir pünktlich auf und zogen unser Programm durch. Den Beginn machte das sehr idyllische Freilichtmuseum bei Tallinn, mit netten Häuschen aus verschiedenen Zeiten und Gebieten Estlands. Ich würde jedoch behaupten, wir waren mehr angetan von den genialen Schaukeln (wieder auf Widerstandsfähigkeit getestet) und Blaubeeren im Wald.
Danach besichtigten wir das Schifffahrtsmuseum, welches uns sehr faszinierte. In einem riesigen alten Hangar waren Boote, Geschütze und ein U-Boot ausgestellt, in einem recht guten Zustand. Und das beste, es war alles zum Anfassen und das U-Boot konnte man fast komplett begehen (wobei wir feststellten, dass wir uns in nächster Zeit doch keines anschaffen werden. Es ist irgendwie recht heiß und eng drinnen, und Lorenz wollte seine Schienbeine noch behalten und seinen Geisteszustand ebenfalls.) Außerdem testeten wir die Treffsicherheit unseres Kapitäns, indem er sich dem harten Torpedo-Test unterziehen musste, und wir kleideten ihn sowie den ersten Maat und den billigen Matrosen neu ein.
Draußen zweckentfremdeten wir abermals einen Kinderspielplatz und versuchten den Maschinenraum eines anderen Schiffes zu manipulieren. Leider ohne Erfolg ;)

Abschließend fuhren einige schon müde einkaufen und nach Hause, während Jona, Lorenz und Max noch die fette Margarete von innen sehen wollten und Verena und ich noch die Oberstadt und das Lateinerviertel Tallinns unter die Lupe nahmen.
Der restliche Abend wurde mit Essen und Planung verbracht, und auch wenn Schlaf sicher eine nette Option wäre, sollten jetzt noch Wizard-Turniere ausgetragen werden ;)

Gute Nacht (für euch halt ;)),
Jules


Samstag, 1. August 2015

Tag 1 - Die Häuser am See

Es ist spät. Sehr spät. Aber nicht zu spät, um sinnlose Unterhaltungen zu führen und um einen Blogeintrag zusammen zu schustern.

Heute in der Früh versuchte nur die ÖBB uns an der Abreise zu hindern, in dem sie einen schadhaften Zug viel zu spät losschickte ;) Aber wir kamen doch noch rechtzeitig zum Treffpunkt, um dort vergnügt eine halbe Stunde bis zum Check-In zu warten. Max und ich durften sogar bei der Business-Class einchecken, da wir so einen berühmten Nachnamen haben... Oder weil sie Stress hatten, ihr dürft es euch überlegen.
Bei der Sicherheitskontrolle waren sie genauso angetan von uns, gleich vier von uns (fast die Hälfte) wurde abgetastet. Vielleicht lag es auch daran, dass ihnen langweilig war ;)
Die Flüge gingen dann sehr schnell, gut und angenehm vorbei.
Besonders begeistert waren wir von dem kleinen Propellerflugzeug (Korrektur vom Experten Steffen: der Turboprop), das uns von Riga nach Tallinn gebracht hat, und den netten Flughäfen in Riga und Tallinn. Die waren richtig putzig und schön ausgestattet.
Die Ankunft in Tallinn funktionierte ohne Probleme und auch die Wartezeit und Kleinigkeiten bei der Autovermietung wurden uns durch einen charmanten Angestellten mit trockenem Humor versüßt. Unser Lieblingszitat: ältere Kundin: "What should we do in the future?" - "Worry about it in the future."
Aber alles, auch die Müdigkeit, verschwand beim Anblick unserer genialen Häuschen am See! Ich werde die Fotos für sich sprechen lassen, aber ich inkludiere folgendes: ein 10 Meter entfernter Privatsee, Geschirrspüler, Waschmaschine und eine Sauna. Nach so vielen Lagern haben wir uns ja doch Luxus verdient ;)
Dann gab es noch die schwierige Aufgabe, sich durch einen estnischen Supermarkt durchzuschlagen. Aber Verena, Junia, Max und Lorenz zogen mutig los und scheinen sogar das gekauft zu haben, was wir haben wollten. Sicher sind wir uns noch nicht bei allem, aber wir werden morgen feststellen, ob wir Germ oder Aspirin gekauft haben (Germ wäre erwünscht ;))

In diesem Sinne wünschen wir euch eine gute Nacht, denn wir sehnen uns  alle sehr nach unserem weichen Bettchen (und diese haben wir sogar^^)

Gute Nacht,
Jules